Gartenbeleuchtung mit 12 V, 24 V oder 230 V?
Für die meisten Gärten ist Kleinspannung die einfachste und sicherste Lösung: Stecker in die Außensteckdose, Kabel auslegen, fertig. 230 Volt lohnt sich für starke Strahler, Poller an langen Wegen und feste Installationen beim Neubau.
Stand: 7. November 2026
Kleinspannung: das Stecksystem
Ein Netzteil an der Außensteckdose wandelt 230 V in 12 oder 24 V. Von dort laufen Kabel mit wasserdichten Steckern zu den Leuchten. Weil die Spannung ungefährlich niedrig ist, darfst du solche Systeme selbst verlegen und umbauen. Für Kleinspannungsbeleuchtung gibt es eine eigene Errichtungsnorm, DIN VDE 0100-715. Das Netzteil selbst hängt am 230-V-Netz und braucht eine Steckdose mit Fehlerstromschutz.
| System | Spannung | Netzteile | Kabellänge laut Hersteller |
|---|---|---|---|
| Philips Hue Outdoor Niedervolt | 24 V | 40 W, 100 W | 40 W: bis 35 m; 100 W: bis 30 m je Anschluss |
| Paulmann Plug & Shine | 24 V | 21 W, 150 W | 50 m Systemlänge |
| Garden Lights | 12 V | 24 W, 60 W, 150 W | keine Höchstlänge angegeben |
Herstellerangaben, Stand November 2026. Systeme verschiedener Hersteller passen meist nicht zusammen, die Stecker sind unterschiedlich.
12 oder 24 Volt?
Bei gleicher Leistung fließt bei 12 V doppelt so viel Strom wie bei 24 V. Der Spannungsverlust im Kabel wächst mit dem Strom, und bei halber Spannung fällt derselbe Verlust doppelt so stark ins Gewicht. Ein 12-V-Strang verliert deshalb prozentual viermal so viel wie ein gleich langer 24-V-Strang. Beispiel: 60 W über 20 m Kabel mit 1,5 mm² verlieren bei 12 V rund 20 %, bei 24 V rund 5 %. Für große Gärten ist 24 V darum die entspanntere Wahl. Wie es bei deinem Strang aussieht, zeigt der Gartenlicht-Rechner.
230 Volt: wann es sich lohnt
- Kräftige Strahler für Bäume oder Fassaden und Pollerleuchten an langen Zufahrten.
- Wenn ohnehin ein Erdkabel zum Gartenhaus oder zur Steckdosensäule gelegt wird.
- Beim Neubau, wenn die Gartenbeleuchtung mit der Hausinstallation geplant wird.
Feste 230-V-Anlagen im Garten fallen unter DIN VDE 0100-714. Errichten, erweitern oder ändern darf sie nur ein Betrieb, der im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist (§ 13 NAV). Ein Erdkabel, eine Abzweigdose im Beet oder eine fest verdrahtete Pollerleuchte sind also nichts für den Samstagnachmittag.
Schutzart und Schutzklasse
Außenleuchten brauchen mindestens IP44, Erdspieß- und Bodenleuchten eher IP65 bis IP67. Kleinspannungsleuchten tragen Schutzklasse III. Mehr dazu im Schutzarten-Finder. Für Unterwasserleuchten in Becken und Springbrunnen ist Schutzkleinspannung vorgeschrieben (DIN VDE 0100-702); auch im Teich ist Kleinspannung mit IP68 die sichere Wahl.
Häufige Fragen
Muss ich ein 12-V-Kabel im Garten eingraben?
Nein. Kleinspannungs-Kabel der Stecksysteme dürfen auch oberirdisch oder knapp unter der Mulch- oder Rasenschicht liegen. Wer es vor dem Spaten schützen will, legt es in ein Leerrohr oder an Beeträndern entlang.
Darf ich 230-V-Leuchten selbst anschließen?
Feste Anlagen hinter der Hausanschlusssicherung dürfen nach § 13 NAV nur der Netzbetreiber oder ein in dessen Installateurverzeichnis eingetragener Betrieb errichten, erweitern oder ändern. Das betrifft neue Leitungen, Abzweigdosen und fest verdrahtete Leuchten.
Wie viele Leuchten passen an ein Netzteil?
So viele, wie die Summe ihrer Leistung plus etwa 20 % Reserve hergibt, und solange die Kabellänge im Rahmen des Herstellers bleibt. Philips Hue nennt für sein 40-W-Netzteil bis 35 m Kabel, Paulmann für Plug & Shine 50 m Systemlänge.
Quellen
- DIN Media: DIN VDE 0100-715:2014-02 Kleinspannungsbeleuchtungsanlagen
- DIN Media: DIN VDE 0100-714:2014-02 Beleuchtungsanlagen im Freien
- Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) § 13
- Philips Hue: Niedervolt-Netzteil Outdoor 40 W
- STM-Licht: Paulmann Plug & Shine Set (Systemdaten)
- Lightnox: Paulmann Plug & Shine Netzteil 150 W, 24 V
- Philips Hue: Niedervolt-Netzteil Outdoor 100 W
- 123led: Garden Lights Installation (12 V)
- licht.de: Gute Beleuchtung rund ums Haus (Heft 15)
Alle Angaben ohne Gewähr und keine Rechts- oder Elektroberatung. Maßgeblich sind Gesetze, Normen, die Vorgaben deines Netzbetreibers und die Anleitung des Herstellers. Arbeiten am 230-V-Netz nur durch einen im Installateurverzeichnis eingetragenen Elektrobetrieb.