Outdoor-Wohnzimmer

Strom im Garten – welche Schutzart wohin?

Leuchte, Steckdose, Lautsprecher oder Access Point – draußen entscheidet der Einsatzort, wie dicht ein Gerät sein muss. Wähl aus, was wohin soll.

Was soll nach draußen?
Wo genau?
Wie wird es angeschlossen?
Mindestens

    IP-Code übersetzen

    Zum Beispiel IP44, IPX4, IP67

    Die beiden Ziffern

    Die Schutzart nach DIN EN 60529 besteht aus zwei Ziffern. Die erste beschreibt den Schutz gegen Fremdkörper und Berührung, die zweite gegen Wasser. Ein X bedeutet: nicht geprüft oder nicht angegeben.

    ZifferErste Ziffer: FremdkörperZweite Ziffer: Wasser
    0kein Schutzkein Wasserschutz
    1Fremdkörper ab 50 mmsenkrecht tropfendes Wasser
    2Fremdkörper ab 12,5 mmschräg tropfendes Wasser
    3Fremdkörper ab 2,5 mmSprühwasser
    4Fremdkörper ab 1 mmSpritzwasser
    5staubgeschütztStrahlwasser
    6staubdichtstarkes Strahlwasser
    7–zeitweiliges Untertauchen
    8–dauerndes Untertauchen
    9–Hochdruck und Dampfstrahl

    Bis zur Ziffer 6 schließen höhere Ziffern die niedrigeren ein. Die 7 und 8 (Untertauchen) sind eine andere Prüfung: Ein Gerät mit IP67 muss keinen Wasserstrahl aushalten, wenn das nicht zusätzlich angegeben ist (etwa „IP66/IP67“).

    Drei Regeln für Strom draußen

    • Fehlerstromschutz: Steckdosen im Freien gehören hinter einen Fehlerstromschutzschalter mit höchstens 30 mA. Prüf im Verteiler, ob der Stromkreis der Außensteckdose darüber läuft.
    • Feste Installation nur vom Fachbetrieb: Neue Leitungen, Außensteckdosen und Erdkabel am 230-V-Netz legt ein Betrieb, der im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers eingetragen ist (§ 13 NAV).
    • Kleinspannung für Selbermacher: Gartenlicht mit 12 oder 24 V und Stecker-Netzteil kannst du selbst verlegen. Das Netzteil muss für außen geeignet sein oder geschützt stehen.

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    Häufige Fragen

    Was ist der Unterschied zwischen IP44, IP65 und IP67?

    Die erste Ziffer beschreibt den Schutz gegen Fremdkörper und Staub, die zweite gegen Wasser. IP44 schützt gegen Spritzwasser aus allen Richtungen, IP65 ist staubgeschützt und hält einem Wasserstrahl stand, IP67 ist staubdicht und übersteht kurzes Untertauchen. Ein Gerät mit IP67 ist nicht automatisch für einen Wasserstrahl geprüft, wenn nicht auch IP65 oder IP66 angegeben ist.

    Welche Schutzart braucht eine Außensteckdose?

    Mindestens IP44, mit Klappdeckel. An frei bewitterten Wänden oder wenn dort oft der Gartenschlauch spritzt, ist eine Steckdose mit höherer Schutzart sinnvoll. Wichtig: Die Schutzart gilt oft nur bei geschlossenem Deckel. Mit eingestecktem Stecker kommt es auf Stecker und Dichtung an.

    Brauche ich draußen einen FI-Schalter?

    Ja. Steckdosen im Außenbereich müssen über einen Fehlerstromschutzschalter (RCD) mit höchstens 30 mA Auslösestrom geschützt sein. In älteren Häusern fehlt er manchmal. Ein Elektriker kann ihn im Verteiler nachrüsten; als Übergang gibt es Zwischenstecker mit eingebautem Fehlerstromschutz.

    Was darf ich draußen selbst anschließen?

    Geräte mit Stecker an einer vorhandenen Außensteckdose einstecken und Kleinspannungs-Gartenbeleuchtung mit Stecker-Netzteil verlegen, das darfst du selbst. Neue Leitungen, Außensteckdosen, Erdkabel und fest angeschlossene Leuchten am 230-V-Netz errichtet ein im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers eingetragener Elektrobetrieb (§ 13 NAV).