Outdoor-Wohnzimmer

Internet im Gartenhaus: Powerline, Funkbrücke oder Kabel

Ein Gartenbüro mit Videokonferenzen braucht stabiles Netz, eine Hütte mit Musikbox nur ein bisschen. Die richtige Lösung hängt von Entfernung, Strom im Gartenhaus und davon ab, ob ohnehin gegraben wird.

Stand: 7. November 2026

Die vier Wege im Vergleich

LösungPasst beiStärkenSchwächen
WLAN von außenbis etwa 30 m, freie Sichtkeine BauarbeitenHolzwände schlucken einige dB, Metallhütten fast alles
PowerlineGartenhaus am Hausstromnutzt das vorhandene ErdkabelDurchsatz schwer vorherzusagen
Funkbrücke30 m bis mehrere Hundert Meter, Sichtverbindungkein Graben, hohe DatenrateBewuchs in der Sichtlinie stört
Kabelwenn gegraben wirdam zuverlässigstenAufwand; Kupfer nur bis 100 m

WLAN von außen

Steht das Gartenhaus nah am Haus, reicht oft ein Außen-Access-Point an der Hauswand, der in Richtung Gartenhaus strahlt. Holz kostet einige dB, Fenster im Gartenhaus helfen. Ein Gartenhaus aus Blech schirmt dagegen so stark ab, dass innen kaum etwas ankommt. Was bei deiner Entfernung ankommt, rechnet der WLAN-Planer mit der Einstellung Gartenhaus.

Powerline

Powerline-Adapter schicken die Daten über die Stromleitung. Das funktioniert nur, wenn das Gartenhaus über ein Kabel aus der Hausinstallation versorgt wird. AVM schreibt, dass Powerline auch zwischen verschiedenen Phasen funktioniert, weil das Signal auf parallel verlegte Leiter überspricht, der beste Durchsatz aber auf derselben Phase entsteht. Lange Leitungen, Fehlerstromschutzschalter und Störquellen wie Netzteile senken die Datenrate. Ehrlicher Rat: kaufen, testen, bei Enttäuschung zurückgeben.

Funkbrücke

Zwei Richtfunk-Geräte, eines am Haus, eines am Gartenhaus, die sich direkt sehen. Im Gartenhaus hängt ein Switch oder ein Access Point dahinter. Geräte wie die Ubiquiti NanoStation 5AC Loco haben gebündelte Antennen und werden über passives PoE mit 24 V versorgt. Draußen fest montiert ist im 5-GHz-Band nur der Bereich 5470 bis 5725 MHz erlaubt (Vfg. 136/2022). Bäume und Hecken in der direkten Linie dämpfen stark, im Sommer mit Laub mehr als im Winter.

Kabel

Wenn ohnehin ein Erdkabel für Strom gelegt wird, kostet ein zweites Leerrohr für ein Netzwerkkabel fast nichts. Kupfer-LAN reicht bis 100 m. Für längere Strecken und wenn Haus und Gartenhaus getrennte Erdungen haben, ist Glasfaser die bessere Wahl, weil sie die Potentiale trennt. Datenkabel und Stromkabel sollten nicht ins selbe Rohr, für sie gelten Trennabstände nach DIN EN 50174-2; zwei Rohre nebeneinander lösen das. Mehr zum Graben im Ratgeber Erdkabel verlegen.

Häufige Fragen

Funktioniert Powerline zum Gartenhaus?

Oft, wenn das Gartenhaus über ein Erdkabel aus der Hausinstallation versorgt wird. Wie viel durchkommt, hängt von Leitungslänge, Phasen und Störern ab. AVM schreibt, dass Powerline auch über verschiedene Phasen funktioniert, der beste Durchsatz aber auf derselben Phase erreicht wird. Vorher mit Rückgaberecht testen.

Darf ich LAN-Kabel und Stromkabel in dasselbe Rohr legen?

Besser nicht. Für Datenkabel und Stromleitungen gibt es Trennabstände nach DIN EN 50174-2. Zwei getrennte Leerrohre nebeneinander sind die einfache und saubere Lösung, Glasfaser umgeht das Thema ganz.

Wie weit reicht eine Funkbrücke?

Mit Sichtverbindung je nach Gerät und Antenne von einigen Dutzend bis mehreren Hundert Metern. Hecken, Bäume und Gebäude in der direkten Linie stören stark. Draußen fest montiert sind nur die 5-GHz-Kanäle 100 bis 140 erlaubt.

Quellen

Alle Angaben ohne Gewähr und keine Rechts- oder Elektroberatung. Maßgeblich sind Gesetze, Normen, die Vorgaben deines Netzbetreibers und die Anleitung des Herstellers. Arbeiten am 230-V-Netz nur durch einen im Installateurverzeichnis eingetragenen Elektrobetrieb.